Vernissage // Álvaro Sendra González // Alone together @ Helmut, Leipzig [24. November]

Vernissage // Álvaro Sendra González // Alone together


55
24.
November
20:00 - 23:00

 Facebook-Veranstaltungen
Helmut
Kohlgartenstraße 51, 04315 Leipzig
+English below+

Alone together
Álvaro Sendra González

„Deswegen sind Deos und Seifen extrem wichtig heutzutage – sie machen Nachbarn einigermaßen erträglich: ich bin bereit meine Nachbarn zu lieben… so lange sie nicht zu schlecht riechen.“ Slavoj Zizek.

Wir können ohne Massen nicht leben, unser Lifestyle ist nur möglich, weil wir Millionen Nutzer von einem Öffentlichen Verkehrssystem sind, oder von bezahlbarer wegwerfbarer Unterwäsche, oder von einem Theaterprogramm mit 45 monatlichen Stücken, oder von einer Öffentlichen Bibliothek so groß wie zehn Fußballfelder, oder von dem technologischen Wunder, Erdbeeren das ganze Jahr im Supermarkt zu haben. Ohne diese Hundert von Tausende Nutzern/Verbrauchern könnten wir uns es nicht leisten, eine gute Dienstleistung und Rechte für Alle zu haben. Zivilisation, so wie wir sie kennen, hängt stark von großen Menschenmassen ab, die einen begrenzten Raum teilen: die Stadt.

Damit sie friedlich miteinander leben können, ist es wichtig, sie mit demokratischen Werten von Respekt und Toleranz zu erziehen. Deswegen wurden Grenzen und Gesetze errichtet, um Individuen einen privaten Raum zu geben, wo sie unter ihren eigenen Regeln leben könnten. So wie man sagt: „gute Zäunen machen gute Nachbarn“. Könnten wir riechen, was unsere Nachbarn essen, könnten wir die Musik hören, die sie hören, wüssten wir was sie in ihrer Freizeit machen, dann würden wir uns gegenseitig umbringen.

Trotz der Einschränkung, müssen wir neue Wege entwickeln, um unseren Lebensraum respektvoll und tolerant nutzen zu können. Wie können wir auf die Straße gehen, einen Zug nehmen, einkaufen gehen, neben einem anderen Individuum sein ohne seinen privaten Raum zu verletzen? Nicht im Weg von Anderen stehen, Augenkontakt vermeiden, Deo benutzen… So können wir koexistieren und friedlich leben und allein zur Mall zusammen gehen.

Eine neue Form der Interaktion mit der Welt ist das Internet, das uns neue Level von Privatsphären-Schutz bietet. Jetzt können wir alles online machen, was wir früher offline gemacht haben (arbeiten, einkaufen, Leute treffen) ohne unsere Seite des Zauns zu verlassen, ohne jemand jemals zu treffen — so wird die Privatsphäre von niemanden verletzt. Nie wieder Stau, nie wieder schlechte Gerüche, nie wieder in den falschen Stadtteil. Wir werden nicht mehr in einer Stadt wohnen müssen, um deren Vorteile zu genießen, sondern endlich mal die Chance haben, in der Natur zu leben und gleichzeitig in einem Büro arbeiten zu können und uns (zugleich) so „Bio“ zu ernähren als würden wir in einer Großstadt wohnen. Alles würde innerhalb von ein paar Stunden geliefert werden. Wir werden alles online machen: online arbeiten, online einkaufen, online dating, so dass wir niemals die Wohnung verlassen müssen, bis unsere Nachbarn die Polizei anrufen, wegen dem Geruch von unseren verrotteten Körper.

flickr.com/photos/ricardopickman

Alone together
Álvaro Sendra González

“This is why today deodorants and soaps are crucial – they make neighbors at least minimally tolerable: I am ready to love my neighbors… provided they don’t smell too bad.” Slavoj Zizek.

We can’t live without masses, our way of life can only exist because millions use transport systems, affordable disposable underwear, theater programs with 45 monthly performances, public libraries as big as ten football fields, or the technological miracle of having strawberries the year round at the supermarket. Without those hundreds of thousand of users/consumers it would be impossible to afford a good service and rights for everyone. Civilization, as we know it, dramatically depends on huge crowds sharing our finite space: the city.

To keep them in peace with each other, it’s necessary to educate them in democratic values of respect and tolerance. That’s why walls and laws were created, to offer individuals a private space to be on their own under their own rules. As they say, “Fences make good neighbors“. If we could smell what our neighbors eat or hear the music they play or knew what they did with their free time, we would end up killing each other.

Despite this confinement we need to develop new ways of using our environment in the most respectful and tolerant way. How can we walk down the street, take a train, go shopping, be near to another individual without encroaching on their private space? Keeping out of each other’s way, avoiding eye-contact, using deodorant… the methods may vary depending cultures, and the more advanced they are the more specific they get: wearing sunglasses, headphones, earplugs, scarfs, make-up, masks, plastic surgery… So we can coexist and live in peace and go alone to the mall together.

A new way of interacting with the world is the internet, which offers new levels of privacy protection. Now we can do online all those activities we did offline (working, shopping, meeting people) without leaving our side of the fence, without meeting anybody, so no one’s privacy is invaded. No traffic jams, no bad smells, no wrong side of town. We don’t have to live in a city anymore to enjoy its commodities. We can finally live in nature and work in the office, and eat as organically as if we lived in the biggest city. All items will be delivered within a couple of hours. We’ll do everything online: online working, online shopping, online dating, so we won’t have to leave our home anymore, til our neighbors call the police because of the smell from our decomposing bodies.

helmut.space/en/artist/alvaro-sendra-gonzalez/
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